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Es geht mir gut!

Saturday, November 28th, 2009

Masken… tragen wir sie nicht alle?

Ihr seht hier vor euch einen Clown. Es ist praktisch eine Clownsmaske zu tragen. Egal was passiert: Ich lache immer.

Manchen mag so etwas unheimlich erscheinen. Niemand kann immer lachen. Und manche fühlen sich von Clowns aus diversen Filmen wie „Es“ gerade deshalb verängstigt, weil sie bei allem was sie tun stets ein Lächeln auf den Lippen tragen.

In manchen Situationen wirkt dieses Lächeln aufgrund der grotesk-unpassenden Situation eingefroren und befremdlich. Manchmal auch höhnisch.

Doch sind Menschen so viel anders?

Wer war nicht schon einmal in der Situation, zu lächeln und fröhlich zu sein, obwohl einem selbst alles andere als danach war?

Ein Gesicht ist schnell gemalt… Ist es nicht so? In unserer Happy-Smile-Gesellschaft können oder wollen es sich die wenigsten Menschen erlauben, Trauer zu zeigen und andere an ihrem Innenleben teil haben zu lassen.

„Wie geht es dir?“ – „Es geht mir gut!“. Wer kennt es nicht? Leere Floskeln und Small-Talk die vermitteln, dass man den anderen wahrnimmt. Kommen diese Sätze nicht zu oft automatische über die Lippen?

Warum fallen diese Sätze überhaupt? Reicht es nicht, einfach „Hallo“ zu sagen? Dann würde man nicht Interesse heucheln und eine Standard-Antwort bekommen, die der Frage an Inhalts-Leere in nichts nachsteht…

Aber gut… Diese Frage-Floskel hat sich nun mal in der Gesellschaft eingebürgert und kommt oft automatisch über die Lippen. Selbst ich bin da nicht frei von Schuld und habe mich auch schon öfters dabei ertappt, diese Floskel von mir zu geben. Menschen nehmen manchmal zu schnell seltsame Angewohnheiten an. Ich glaube ich sollte da ein wenig an mir arbeiten und mir nicht erst immer im Nachhinein bewusst werden, wie unsinnig diese Frage eigentlich ist.

Nun ja, unsinnig ist sie ja nicht immer. Gegenüber Freunden, die einem an ihrem Seelenleben teilhaben lassen, ist sie durchaus angebracht. Aber da bedarf es einiger Differenzierung welcher Mensch in welche Kategorie fällt. Oder ist diese Floskel da, um sich und andern Menschen nicht die Blöße zu geben, dass der Gegenüber einem im Gegensatz zu seinen Freunden eigentlich garnicht so wichtig ist? Oder um es überspitzt auszudrücken: ihn damit quasi zu einem Menschen zweiter Klasse zu degradieren

Nun, wie dem auch sei, kehren wir der Frage den Rücken zu und beschäftigen uns mit der Antwort und meinem eigentlichen Thema..

„Es geht mir gut“. Dieser Satz, idealerweise verbunden mit einem Lächeln, ist eine sehr weit verbreitete Maske. Doch was steckt dahinter? Interessanterweise verbirgt sich hinter dieser Fragestellung eine Doppeldeutigkeit, deren eine Facette so weitreichend ist, dass ich sie nicht vollständig zu beantworten vermag. Deshalb formuliere ich die Frage um in: Warum tun Menschen so etwas?

Ich denke das kann man grob in zwei Kategorien unterteilen:

Zum einen weil es Teil einer gesellschaftlichen Etikette ist. Man greift den Small-Talk auf und führt ihn weiter. Alles ist gut und alle sind glücklich. So mag und versteht man sich und so soll es sein. Welcome fucking happy Party-People! Haha!

Oder man möchte den anderen einfach nicht an seinem Seelenleben teilhaben lassen. Vielleicht sogar gerade deshalb weil man die Frage für sich als eben diese inhaltsleere Floskel enttarnt hat die sie meistens ist. Dumme Frage – dumme Antwort… Nur eben auf einem anderen Niveau.

Es kann zwar natürlich sein, dass das Interesse nicht geheuchelt oder gefloskelt (begebe ich mich da gerade auf das Terrain der Wort-Neuschöpfungen? Hehe.) ist. Aber die Entscheidung, wie viel man von sich selbst Preis gibt, obliegt natürlich jedem von uns selbst und ist sicherlich oft auch situationsabhängig.

Manche tragen ihre Masken eben konsequenter und engmaschiger und andere nicht.

Aber dennoch: Tragen tun wir sie alle. Jeder arbeitet an seiner eigenen kleinen Fassadenbaustelle.

Deshalb denkt in Zukunft ein wenig über meine und eure eigenen Worte nach wenn ihr Leuten begegnet, die ihr kennt bzw. „kennt“. Es könnte eine interessante und vielleicht sogar belustigende Erkenntnis für euch werden…

In diesem Sinne: Keep smile! Grinst es leise in euch hinein oder lacht es laut hinaus.